Rückblick 10. LFK-Unternehmerforum am 12.10.2016

Arbeitswelten der Zukunft
Digitalisierung und die Konsequenzen jenseits der Technik

 

 

Nachlese zum 10. LFK-Unternehmerforum

Das LFK-Unternehmerforum feierte in diesem Jahr bereits sein 10-jähriges Jubiläum. Für LFK war das ein besonderer Grund zum Feiern, denn das Unternehmerforum hat sich nicht nur als feste und stets gut besuchte Veranstaltung etabliert, sondern steht beispielhaft für die Weiterentwicklung der Kanzlei von der Steuerberatung bis hin zur interdisziplinären Unternehmensberatung mit vielfältigen Schwerpunkten und Fachgebieten.

Rund 150 Teilnehmer waren am 12.10.2016 in die Räumlichkeiten der Schwenninger BKK gekommen, um beim 10. LFK-Unternehmerforum dabei zu sein. Zahlreiche Unternehmer nutzten die Gelegenheit einen Einblick in die anstehenden sozialen Transformationen und Innovationen im Zusammenhang mit "Industrie 4.0" zu erhalten.

Kaum ein Trend beeinflusst unsere Arbeitswelt so sehr wie die fortschreitende Digitalisierung. Zahlreiche Veränderungen, neue Möglichkeiten und Herausforderungen kommen auf Unternehmer und Unternehmen zu.

Die Referentin Frau Prof. Dr. Jutta Rump zeigte auf, wie unsere Gesellschaft sich in den kommenden Jahren drastisch verändern und welche Auswirkungen dies in Zukunft auf unsere Lebens- und Arbeitswelt haben wird.

Die Teilnehmer erhielten einen Einblick in die Megatrends der Zukunft in den Bereichen:
demografische, technisch-ökonomische sowie gesellschaftliche Entwicklungen. Hierzu gehören die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, steigender Innovations- und Kostendruck sowie Work-Life-Balance als Lebensentwurf.

Im Fokus stehen die Bereiche Führung und Personalentwicklung. Führungskräfte müssen künftig zahlreiche verschiedene Spannungsfelder ausbalancieren, sie werden zum Personalentwickler und Coach um Mitarbeiter im lebenslangen Qualifizierungs- und Lernprozess zu unterstützen. Die Anforderungen an Führungskräfte werden stetig steigen.
Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden ist die Konsequenz, laut Frau Rump, eine Demokratisierung von Führung. Partizipation ist das Leitprinzip und einer der Megatrends der Zukunft.

Beim anschließenden Get-together nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit bei Fingerfood und kühlen Getränken zum Austausch.

Das 10. LFK-Unternehmerforum. Digitalisierung und die Konsequenzen jenseits von Industrie 4.0

Derzeit wird die Digitalisierung insbesondere vor dem Hintergrund von "Industrie 4.0" erforscht und analysiert, und zwar mit dem Fokus auf Prozesse, Produktivität und Beschäftigung. Dabei werden Herausforderungen, aber auch große Chancen im Hinblick auf Wachstum und Wertschöpfung identifiziert. Als zentrale Motivationen für die Umsetzung von Industrie 4.0 in Unternehmen werden die Steigerung der Produktivität, des Umsatzes und der Produktionsflexibilität bei gleichzeitiger Kostensenkung gesehen. Besonders wichtig sind darüber hinaus die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und / oder Services sowie die Erhöhung von Kundenbindung und –zufriedenheit.

 

In der derzeitigen Diskussion wird jedoch außer Acht gelassen, dass technische Innovationen und Prozessinnovationen IMMER sozialer Innovationen und sozialer Transformation bedürfen, um die Potenziale zu heben und zu realisieren. Die Diskussion um die soziale Transformation und die sozialen Innovationen steht im Moment am Anfang. Dabei stehen folgende Fragestellungen u.a. im Fokus:

 

  • Wie verändern sich die Jobs entlang der Wertschöpfungskette?
  • Welche unterschiedlichen Formen der Arbeitsorganisation lassen sich identifizieren und umsetzen?
  • Welche Beschäftigungs- und Arbeitsmodelle werden in Zukunft angeboten und nachgefragt?
  • Wie sehen Arbeitsräumen (bis hin zur Architektur) in Zukunft aus?
  • Gibt es eine Verflachung von Hierarchien?
  • Wird es zu einer Delegation von Entscheidungsfindung kommen? Was verbirgt sich hinter der „Demokratisierung“ von Führung?
  • Wird sich die Belegschaft polarisieren?
  • Welche Veränderungen hinsichtlich der Qualifikations- und Kompetenzanforderungen zeigen sich?
  • In welcher Form müssen die Ausbildungsprofilen / Ausbildungsberufen angepasst werden? Sind die Ausbildungsberufe digitalisierungstauglich?
  • Wie gestaltet sich die Personalentwicklung und Mitarbeiterbindung?
  • Wird sich die Vereinbarkeit von Beruf und privater Lebenssituation durch Digitalisierung verbessern? Was ist mit der Entgrenzung von und Arbeit und Freizeit? Welche Kompetenzen braucht es, um die Möglichkeiten zu nutzen? Wo ist die Grenze der Entgrenzung?
  • Welche Beschäftigungseffekte lassen sich generieren (positiv/negativ)?

 

Die Referentin: Frau Prof. Dr. Jutta Rump

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Dr. Jutta Rump ist Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit SchwerpunktInternationales Personalmanagement und Organisationsentwicklung an der Hochschule Ludwigshafen. An der Ludwig-Maximilians-Universität München LMU lehrt sie im Executive Master-Studiengang Human Resource Management.

Darüber hinaus ist sie Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability in Ludwigshafen (IBE) – eine wissenschaftliche Einrichtung der Hochschule Ludwigshafen und Forschungsschwerpunkt des Landes Rheinland-Pfalz. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Trends in der Arbeitswelt (Demografie, gesellschaftlicher Wertewandel, technologische Trends, ökonomische Entwicklungen) und die Konsequenzen für Personalmanagement und Organisationsentwicklung sowie Führung.