Kleinstkapitalgesellschaften haben seit dem Geschäftsjahr 2012 die Möglichkeit, die Erleichterungen des sogenannten MicroBilG in Anspruch zu nehmen. Dieses Gesetz gilt erstmals für Abschlüsse, die sich auf einen nach dem 30. Dezember 2012 liegenden Abschlussstichtag beziehen.

 

Eine Kapitalgesellschaft (oder eine Personengesellschaft i.S.d. § 264a HGB) gilt als Kleinstkapitalgesellschaft, wenn zwei der drei nachstehenden Merkmale an zwei aufeinanderfolgenden Abschlussstichtagen nicht überschritten werden:

 

  • 350.000 EUR Bilanzsumme
  • 700.000 EUR Umsatzerlöse
  • Im Jahresdurchschnitt 10 Arbeitnehmer

 

Neben der eigentlichen Zielgruppe der Kleinstbetriebe sind in der Praxis insbesondere auch Holdinggesellschaften und Projektgesellschaften betroffen.

 

Kleinstkapitalgesellschaften können folgende Erleichterungen in Anspruch nehmen:

  • Verkürzte Bilanz: Angabe nur der mit Buchstaben bezeichneten Posten
  • Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung: nur 8 Posten.
  • Anhang entfällt, wenn best. Angaben (insbes. Haftungsverhältnisse) unter der Bilanz erfolgen

 

Hinterlegung statt Offenlegung:

 

Den Offenlegungspflichten nach § 325 HGB können Kleinstkapitalgesellschaften durch Hinterlegung der Bilanz - statt Veröffentlichung des Jahresabschlusses - beim Bundesanzeiger nachkommen. Eine Einreichung der GuV und des ggf. aufgestellten Anhangs ist nicht notwendig. Es ist jedoch eine Mitteilung an den Betreiber des Bundesanzeigers zu machen, dass zwei der drei in § 267a HGB genannten Kriterien für die letzten beiden Abschlussstichtage nicht überschritten werden.