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Änderungen beim Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeitergeld ist eines der von den betroffenen Unternehmen am häufigsten in Anspruch genommenen Instrumente, um die wirtschaftlichen Schäden der Corona-Pandemie abzumildern. Nach den Schätzungen der Bundesagentur für Arbeit, haben im Juni 2020 immer noch ca. 4,5 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld bezogen (im Mai 2020 ca. 6,7 Millionen Menschen). Nach den Beschlüssen des Koalitionsausschusses vom 25.08.2020, soll es weitere Anpassungen der Modalitäten des Kurzarbeitergeldes geben.
 

1. Bezugsdauer:
bisher:
Das Kurzarbeitergeld kann grundsätzlich für 12 Monate bezogen werden. Gemäß der letzten Corona-bedingten Anpassung, konnte das Kurzarbeitergeld bis zu 21 Monate, längstens bis zum 31.12.2020 bezogen werden, sofern das Unternehmen bis zum 31.12.2019 Kurzarbeit eingeführt und angezeigt hat. Dies sollte verhindern, dass für Unternehmen die bereits in 2019 Kurzarbeit eingeführt hatten, während der Corona-Krise die Bezugsdauer ausläuft.

neu:
Das Kurzarbeitergeld soll nun bis zu zwei Jahre, längstens bis zum 31.12.2021, bezogen werden können, wenn das Unternehmen bis zum 31.12.2020 Kurzarbeit eingeführt und angezeigt hat.
 

2. Sozialversicherungsbeiträge:
bisher:
Die Sozialversicherungsbeiträge sind vom Arbeitgeber grundsätzlich weiter zu entrichten. Gemäß der letzten coronabedingten Anpassung, wurden die Beträge bis Ende 2020 in pauschalierter Höhe erstattet.

neu:
Die Sozialversicherungsbeiträge sollen bis zum 30.06.2021 in voller Höhe erstattet werden.
Bei Betrieben die bis zum 30.06.2021 Kurzarbeit eingeführt haben, sollen für den Zeitraum 01.07.2021 bis 31.12.2021 die Sozialversicherungsbeiträge zur Hälfte erstattet werden. Sofern eine die Voraussetzungen erfüllende Weiterbildung erfolgt, soll die hälftige Erstattung auf 100% erhöht werden können.
 

Bei den Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld bleibt es dabei, dass weiterhin nur 10% der Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen sein müssen (grundsätzlich 1/3). Dies gilt auch für Leiharbeitsfirmen.

Bei der Höhe des Kurzarbeitergeldes soll die bereits bestehende Regelung inkl. Erhöhung fortgeführt werden. Grundsätzlich beträgt das Kurzarbeitergeld 60% des ausgefallenen Nettolohns (67% für Haushalte mit mindestens einem Kind). Ab dem vierten Monat erhöht es sich auf 70% bzw. 77% und ab dem siebten Monat auf 80% bzw. 87%, sofern der Arbeitsausfall mit Entgeltausfall mindestens 50% beträgt und der Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31.03.2021 entstanden ist.
 

Links:

Beschlüsse Koalitionsausschuss vom 25.08.2020