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Ausbildungsprämie im Rahmen des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ kann beantragt werden

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) die trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten in Folge der Corona-Pandemie weiterhin ausbilden, haben die Möglichkeit die Ausbildungen im Rahmen eines Bundesprogramms fördern zu lassen. Über dieses Thema hatten wir in unserem Blog bereits am 22.07.2020 informiert.


Die Erste Förderrichtlinie wurde zwischenzeitlich bekanntgemacht. Somit können seit dem 01.08.2020 folgende Prämien beantragt werden:

 

1.    „Ausbildungsprämie“ bei Erhalt des Ausbildungsniveaus: 

Förderung: 

  • Sofern das Ausbildungsniveau im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten wird, erhält das Unternehmen für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag nach Abschluss der Probezeit einmalig 2.000 €. 


Voraussetzungen: 

  • Das KMU hat aufgrund der COVID-19-Krise im ersten Halbjahr 2020 mindestens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt oder der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 ist um durchschnittlich mindestens 60% gegenüber April und Mai 2019 zurückgegangen. Bei Gründung nach April 2019 sind die Monate November und Dezember 2019 heranzuziehen. 
  • Die jeweilige Ausbildung darf frühestens am 01.08.2020 und spätestens am 15.02.2021 beginnen.
  • Die Ausbildungsprämie steht unter der Bedingung, dass das Ausbildungsverhältnis über die Probezeit hinaus fortbesteht.
  • Der Antrag ist spätestens 3 Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit zu stellen.

 

2.    „Ausbildungsprämie plus“ bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus:

Förderung: 

  • Sofern das Ausbildungsniveau im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht wird, erhält das Unternehmen für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag nach Abschluss der Probezeit einmalig 3.000 €.

Voraussetzungen: 

  • analog zu 1.


3.    „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“ zur Vermeidung von Kurzarbeit: 

Förderung: 

  • Sofern ein KMU, trotz relevanten Arbeitsausfalls, die Ausbildungsaktivitäten fortsetzt, werden in jedem Monat, in dem dies der Fall ist, 75% der Brutto-Ausbildungsvergütung im Rahmen der Förderung gewährt.

Voraussetzungen: 

  • Auszubildende und ihre Ausbilder werden nicht in Kurzarbeit gebracht, obwohl im gesamten Betrieb aufgrund der COVID-19-Krise ein Arbeitsausfall von mindestens 50% vorliegt. Zur Definition dieses Arbeitsausfalls verweisen wir auf 2.3.3. der Ersten Förderrichtlinie und möchten folgendes Beispiel aufzeigen:
    • 80% der Beschäftigten beziehen in einem Monat Kurzarbeitergeld
    • 65% beträgt der durchschnittliche Arbeitsentgeltausfall dieser Kurzarbeitergeld beziehenden Beschäftigten
    • (80 x 65) / 100 = 52
  • Sofern der Wert mindestens 50 ergibt, liegt ein relevanter Arbeitsausfall vor. Im vorliegenden Beispielsfall, wäre dies somit erreicht.
  • Die Fortsetzung der Berufsausbildung muss zeitgleich zur Anzeige der Kurzarbeit angezeigt werden. Falls die Anzeige zur Kurzarbeit bereits erfolgt ist, hat der Ausbildungsbetrieb die Anzeige der Fortführung der Ausbildung unverzüglich nachzuholen.
  • Der Zuschuss kann erstmals für den Monat August 2020 und letztmals für den Monat Dezember 2020 gewährt werden.
  • Der Antrag ist rückwirkend für jeden Monat innerhalb einer Ausschlussfrist von 3 Monaten zu stellen.

 

4.    „Übernahmeprämie“: 

Förderung: 

  • Sofern KMU Auszubildende aus KMU übernehmen, die aufgrund Corona Insolvenz anmelden mussten, wird eine Prämie in Höhe von 3.000 € je Auszubildenem gewährt.

Voraussetzungen: 

  • Eine förderfähige Berufsausbildung wurde aufgrund einer Corona-krisenbedingten Insolvenz vorzeitig beendet. Eine solche Insolvenz liegt vor, wenn das Insolvenzverfahren zwischen dem 01.04.2020 und dem 31.12.2020 eröffnet worden ist und sich das Unternehmen zum 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden hat.
  • Übernahme bis zum 31.12.2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung.
  • Das neu begründete Ausbildungsverhältnis hat über die Probezeit hinaus fortzubestehen.
  • Der Antrag ist spätestens 3 Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit zu stellen.

 

Es werden auch Teilzeit-Ausbildungsverträge gefördert.
Für einen Ausbildungsvertrag kann nur eine der Förderungen nach den Nummern 1., 2. und 4. gewährt werden.
Ausbildungsverhältnisse mit Ehegatten oder Verwandten ersten Grades können nicht gefördert werden.
Die Förderungen für die Auftrags- und Verbundausbildung können aktuell noch nicht beantragt werden.
Die Antragsformulare stehen auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit im untenstehenden Link zum Abruf bereit.

Links:

Bekanntmachung der Ersten Förderrichtlinie

FAQ des BMBF

Informationen und Formulare der Bundesagentur für Arbeit