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Ausweitung bei den Fördermöglichkeiten für ausbildende Betriebe

In unseren Beiträgen im LFK BLOG vom 13.08.2020 sowie vom 22.07.2020 hatten wir Sie bereits über die Fördermöglichkeiten für kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die trotz der Corona-Pandemie weiterhin ausbilden, informiert.

Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ soll Ausbildungsbetriebe und Auszubildende in der Corona-Krise schützen. Die Bundesregierung hat diesbezüglich die Fördermöglichkeiten im Dezember 2020 nochmals ausgeweitet.

Im Folgenden haben wir Ihnen eine aktualisierte Übersicht aus unserem Beitrag vom 13.08.2020 dargestellt. Die Änderungen haben wir zur Übersichtlichkeit hervorgehoben.
 

1.    „Ausbildungsprämie“ bei Erhalt des Ausbildungsniveaus:

Förderung:

  • Sofern das Ausbildungsniveau im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten wird, erhält das Unternehmen für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag nach Abschluss der Probezeit einmalig 2.000 €. 


Voraussetzungen: 

  • Das KMU hat aufgrund der COVID-19-Krise im ersten Halbjahr 2020 mindestens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt oder hatte Umsatzeinbußen von durchschnittlich mindestens 50% innerhalb von 2 zusammenhängenden Monaten zwischen April und Dezember 2020 oder hatte Umsatzeinbußen in 5 zusammenhängenden Monaten von durchschnittlich mindestens 30% gegenüber dem Vorjahr (bisher durchschnittlich mindestens 60% im April und Mai 2020 gegenüber dem Vorjahr).
     
  • Die jeweilige Ausbildung darf frühestens am 01.08.2020 und spätestens am 15.02.2021 beginnen. Es werden nun auch Ausbildungen, die vom 24.06.2020 bis zum 31.07.2020 begonnen haben, hinsichtlich der Ausbildungsprämien einbezogen.
     
  • Die Ausbildungsprämie steht unter der Bedingung, dass das Ausbildungsverhältnis über die Probezeit hinaus fortbesteht.
     
  • Der Antrag ist spätestens 3 Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit zu stellen.
     

2.    „Ausbildungsprämie plus“ bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus:

Förderung:

  • Sofern das Ausbildungsniveau im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöht wird, erhält das Unternehmen für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag nach Abschluss der Probezeit einmalig 3.000 €. 
     
  • Voraussetzungen: analog zu 1.
     

3.    „Zuschuss zur Ausbildungsvergütung“ zur Vermeidung von Kurzarbeit:

Förderung

  • Sofern ein KMU, trotz relevanten Arbeitsausfalls, die Ausbildungsaktivitäten fortsetzt, werden in jedem Monat, in dem dies der Fall ist, 75% der Brutto-Ausbildungsvergütung im Rahmen der Förderung gewährt.
     

Voraussetzungen:

  • Auszubildende und ihre Ausbilder werden nicht in Kurzarbeit gebracht, obwohl im gesamten Betrieb aufgrund der COVID-19-Krise ein Arbeitsausfall von mindestens 50% vorliegt. Zur Definition dieses Arbeitsausfalls verweisen wir auf 2.3.3. der Ersten Förderrichtlinie und möchten folgendes Beispiel aufzeigen:
     
  • 80% der Beschäftigten beziehen in einem Monat Kurzarbeitergeld
  • 65% beträgt der durchschnittliche Arbeitsentgeltausfall dieser Kurzarbeitergeld beziehenden Beschäftigten
  • (80 x 65) / 100 = 52
     
  • Sofern der Wert mindestens 50 ergibt, liegt ein relevanter Arbeitsausfall vor. Im vorliegenden Beispielsfall, wäre dies somit erreicht.
     
  • Die Fortsetzung der Berufsausbildung muss zeitgleich zur Anzeige der Kurzarbeit angezeigt werden. Falls die Anzeige zur Kurzarbeit bereits erfolgt ist, hat der Ausbildungsbetrieb die Anzeige der Fortführung der Ausbildung unverzüglich nachzuholen.
     
  • Der Zuschuss kann erstmals für den Monat August 2020 und letztmals für den Monat Juni 2021 (bisher Dezember 2020) gewährt werden.
     
  • Der Antrag ist rückwirkend für jeden Monat innerhalb einer Ausschlussfrist von 3 Monaten zu stellen.
     

4.    „Übernahmeprämie“: 

Förderung:

  • Sofern Unternehmen (muss kein KMU mehr sein) Auszubildende aus anderen Unternehmen übernehmen, die aufgrund Corona Insolvenz anmelden mussten, wird eine Prämie in Höhe von 3.000 € je Auszubildenem gewährt.


Voraussetzungen: 

  • Eine förderfähige Berufsausbildung wurde aufgrund einer Corona-krisenbedingten Insolvenz vorzeitig beendet. Eine solche Insolvenz liegt vor, wenn das Insolvenzverfahren zwischen dem 01.04.2020 und dem 30.06.2021 (bisher 31.12.2020) eröffnet worden ist und sich das Unternehmen zum 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden hat.
     
  • Übernahme bis zum 30.06.2021 (bisher 31.12.2020) für die Dauer der restlichen Ausbildung.
     
  • Das neu begründete Ausbildungsverhältnis hat über die Probezeit hinaus fortzubestehen.
     
  • Der Antrag ist spätestens 3 Monate nach erfolgreichem Abschluss der Probezeit zu stellen.
     

5.    „Auftrag- und Verbundausbildung“: 

Förderung:

Die Förderung beträgt einmalig 4.000 € für jede interimsweise übernommen Ausbildung. Die Anträge sind im Gegensatz zu den anderen Förderungen bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See zu stellen. Sie sind bis zum 30.09.2021 zu stellen.

Voraussetzungen: 

  • Ausbildung kann im Stammausbildungsbetrieb aus pandemiebedingten Gründen nicht erfolgen
     
  • Aufnehmender Betrieb/aufnehmende Institution ist:
     
  • ein KMU mit bis zu 249 Mitarbeitern oder
  • eine überbetriebliche Bildungsstätte (ÜBS) oder
  • ein anderer etablierter Ausbildungsdienstleister
     
  • Auftrags- oder Verbundausbildung muss zwischen dem 24.06.2020 und dem 30.06.2021 vereinbart werden.

Es werden auch Teilzeit-Ausbildungsverträge gefördert.

Für einen Ausbildungsvertrag kann nur eine der Förderungen nach den Nummern 1., 2. und 4. gewährt werden.

Ausbildungsverhältnisse mit Ehegatten oder Verwandten ersten Grades können nicht gefördert werden.


Links:

Informationen und Formulare der Bundesagentur für Arbeit