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Bewirtungskosten: Neue Vorgaben für den Betriebsausgabenabzug

Bewirtet ein Unternehmer bzw. ein Unternehmen aus geschäftlichem Anlass andere Personen, können diese Kosten unter bestimmten Voraussetzungen (zumindest anteilig) steuerlich abgezogen werden. Ein wesentlicher Punkt für die Anerkennung ist ein ordnungsgemäßer Beleg. Diesbezüglich hat die Finanzverwaltung in ihrem BMF-Schreiben vom 30.06.2021 nochmals Ausführungen gemacht und die Regelungen an die Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) angepasst.

Die Ausführungen beziehen sich auf die Bewirtung von Personen anderer Unternehmen, nicht eigener Arbeitnehmer sowie auf Bewirtungen in einem Bewirtungsbetrieb (keine Eigenbewirtung).
 

In welcher Höhe sind Bewirtungskosten als Betriebsausgaben abziehbar?
 

  • 70% der Aufwendungen, die nach allgemeiner Verkehrsauffassung als angemessen anzusehen sind und deren betriebliche Veranlassung nachgewiesen werden kann.
     

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
 

Es muss ein maschinell erstellter und elektronisch aufgezeichneter schriftlicher Nachweis vorgelegt werden können, welcher folgende Angaben enthält:

  • Name und Anschrift des Bewirtungsbetriebs

  • Ausstellungsdatum sowie Datum des Tages der Bewirtung

  • Genaue Angaben zu Menge und Art der Leistungen („Speisen und Getränke“ ist beispielsweise nicht ausreichend)

  • Rechnungsbetrag, ggf. inklusive Trinkgeld (sofern Trinkgeld nicht auf maschinellem Beleg ausgewiesen ist, sollte der Empfang des Trinkgelds vom Empfänger auf der Rechnung quittiert werden.

  • Anzuwendender Steuersatz
     

Sofern der Bewirtungsbeleg den Betrag von 250 € (brutto) übersteigt, sind folgende zusätzliche Angaben zu machen:

  • Steuernummer oder USt-ID-Nr. des leistenden Unternehmers

  • Fortlaufende Rechnungsnummer

  • Name des Bewirtenden (kann vom leistenden Unternehmer handschriftlich ergänzt werden)
     

Handschriftliche oder nicht zertifiziert maschinell erstellte Belege reichen für den Betriebsausgabenabzug nicht aus, sofern der Gastronomiebetrieb ein elektronisches Aufzeichnungssystem mit Kassenfunktion gem. KassenSichV verwendet. Laut dem BMF-Schreiben werden für den Betriebsausgabenabzug von Aufwendungen für eine Bewirtung von Personen aus geschäftlichem Anlass nur 

  • maschinell erstellte, 

  • elektronisch aufgezeichnete und

  • mit Hilfe einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) abgesicherte
     

Rechnungen anerkannt. Diese Regelung resultiert aus der Kassensicherungsverordnung (KassenSichV).

Allerdings gibt es diesbezüglich eine Übergangsregelung. Für bis zum 31.12.2022 ausgestellte Belege ist der Betriebsausgabenabzug auch dann anzuerkennen, wenn die aufgrund der KassenSichV geforderten Angaben nicht erfüllt werden.
 

Für Bewirtungen im Ausland gelten grundsätzlichen die gleichen Regelungen. Wird jedoch glaubhaft gemacht, dass eine detaillierte, maschinell erstellte und elektronisch aufgezeichnete Rechnung nicht zu erhalten war, genügt in Ausnahmefällen die ausländische Rechnung, auch wenn sie diesen Anforderungen nicht voll entspricht. Sollte im Ausnahmefall nur eine handschriftlich erstellte ausländische Rechnung vorliegen, hat der Steuerpflichtige glaubhaft zu machen, dass im jeweiligen ausländischen Staat keine Verpflichtung zur Erstellung maschineller Belege besteht.
 

Links:
BMF-Schreiben vom 30.06.2021