#
#
#

Bitcoin & Co. – Steuerliche Behandlung von Kryptowährungen im Betriebs- und Privatvermögen

In den Medien wird regelmäßig über die Entwicklungen der sogenannten Kryptowährungen. insbesondere den Bitcoin, berichtet. Aufgrund der erheblichen Wertschwankungen, versuchen immer mehr Anleger (hierunter auch viele Kleinanleger) Profit aus diesen Entwicklungen zu schlagen. Der Tagesschlusskurs des Bitcoins hat sich vom 01.06.2020 bis zum 01.06.2021 um ca. 350% erhöht (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/781906/umfrage/kursentwicklung-des-bitcoin-gegenueber-dem-euro/). Er war jedoch in diesem Zeitraum auch schon deutlich höher. Es sind also erhebliche Gewinne, aber eben auch Verluste möglich.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie mit entsprechenden Gewinnen oder Verlusten steuerlich umzugehen ist. Aufgrund der praktischen Relevanz hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) gemeinsam mit den obersten Finanzbehörden der Länder den Entwurf eines BMF-Schreibens veröffentlicht.

Folgende vereinfacht dargestellten Grundlagen werden in dem Entwurf behandelt:

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie mit entsprechenden Gewinnen oder Verlusten steuerlich umzugehen ist. Aufgrund der praktischen Relevanz hat das Bundesministerium der Finanzen (BMF) gemeinsam mit den obersten Finanzbehörden der Länder den Entwurf eines BMF-Schreibens veröffentlicht.

Folgende vereinfacht dargestellten Grundlagen werden in dem Entwurf behandelt:

  • Virtuelle Währungen / Kryptowährungen:

Zu den bekanntesten virtuellen Währungen gehören beispielsweise Bitcoin, Ether, Litecoin und Ripple. Weitere solcher virtuellen Währungen können auf https://coinmarketcap.com/de/ eingesehen werden. Trotz des Begriffes „Währung“ liegen keine von den Notenbanken anerkannten Zahlungsmittel vor. 
 

  • Mining:

Wer eigenständig im Rahmen des sogenannten Minings mit entsprechenden Rechnern Bitcoins „schürft“, erzielt grundsätzlich Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Da allerdings aufgrund der Rechnerkapazitäten und des hohen Energiebedarfs in der Regel nicht unerhebliche Kosten anfallen, muss regelmäßig auch die Gewinnerzielungsabsicht überprüft werden.
 

  • Virtuelle Währungen im Betriebsvermögen:

Beim Verkauf von virtuellen Währungen im Betriebsvermögen liegen Betriebseinnahmen vor. Die entsprechenden Anschaffungskosten sind abzuziehen. Sofern keine individuelle Zuordnung möglich ist, kann die Bewertung mit den durchschnittlichen Anschaffungskosten erfolgen.
 

  • Virtuelle Währungen im Privatvermögen:

Auch wer auf privater Ebene, beispielweise über entsprechende online-Anbieter, Bitcoin kauft und verkauft, muss sich bezüglich der steuerlichen Behandlung im Klaren sein. Es liegen hier sogenannte Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften vor, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr beträgt. Bei der Ermittlung eines eventuellen Veräußerungsgewinns oder Veräußerungsverlustes, werden vom Veräußerungserlös die Anschaffungskosten sowie eventuelle Werbungskosten (z.B. Transaktionskosten) abgezogen.

Wenn bei mehreren Anschaffungsvorgängen ermittelt werden muss, welche Währungseinheiten verkauft wurden, gilt der Grundsatz der Einzelbetrachtung. Aus Vereinfachungsgründen kann aber die „First in First out-Methode“ (FiFo-Methode) angewendet werden. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die zuerst angeschafften Einheiten auch zuerst veräußert werden.

Sofern der Gesamtgewinn solcher Transaktionen im Kalenderjahr weniger als 600 € beträgt, ist dieser steuerfrei. 

Bezüglich der Frist von einem Jahr muss beachtet werden, dass sich diese auf 10 Jahre verlängern kann, wenn die virtuelle Währung zwischenzeitlich als Einkunftsquelle genutzt wird. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn virtuelle Währungen gegen Entgelt überlassen werden (sogenanntes „Lending“).

Werden Verluste aus steuerpflichtigen privaten Veräußerungsgeschäften erzielt, können diese nur mit positiven Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Eine Verrechnung beispielsweise mit Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit oder Gewerbebetrieb ist nicht möglich. Gibt es in dem jeweiligen Jahr kein Verrechnungspotential kann der Verlust ein Jahr zurück oder für künftige Jahre vorgetragen werden, um ihn dort mit positiven Einkünften aus privaten Veräußerungsgeschäften zu verrechnen.
 

Dies ist nur ein Auszug aus den Regelungen in Zusammenhang mit den virtuellen Währungen. Einzelfälle und Besonderheiten müssen entsprechend steuerlich gewürdigt werden. Es muss auch die weitere Entwicklung beobachtet werden, da sich in diesem Bereich laufend neue Themen und Geschäftsmodelle entwickeln.


Links:
Entwurf BMF-Schreiben vom 17.06.2021