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Das Corona-Konjunkturpaket

Der Koalitionsausschuss hat sich am 3. Juni 2020 doch noch auf Eckpunkte eines Konjunkturpakets zur Überwindung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie geeinigt. Es umfasst Maßnahmen im Volumen von insgesamt rund 130 Milliarden Euro und ist damit das Größte in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.

Das Konjunkturpaket sieht Maßnahmen in den Bereichen

•    Steuern, Sozialversicherungsbeiträge u.ä.
•    Unterstützung bei wirtschaftlichen und sozialen Härten
•    Stärkung von Ländern und Kommunen 
•    Zukunftsinvestitionen und Investitionen in Klimatechnologien
•    Unterstützung von Ausbildungsunternehmen
•    Gesundheitswesen
•    Unterstützung für junge Menschen und Familien

vor. Wir wollen Ihnen in Kürze die wichtigsten Punkte des Maßnahmenpakets vorstellen, auch wenn deren gesetzliche Umsetzung noch aussteht.

Senkung der Umsatzsteuersätze
Über den Zeitraum 01.07.2020 bis 31.12.2020 wird die Umsatzsteuer für sämtliche Branchen von 19% auf 16% bzw. von 7% auf 5% gesenkt. Hiervon erhofft man sich positive Auswirkungen auf das Konsumverhalten. Kritisch zu sehen ist aber sicherlich der administrative Zusatzaufwand für die Unternehmen. Bitte denken Sie rechtzeitig daran, die Änderungen der Steuersätze in Ihren Kassensystemen, Fakturierungsprogrammen etc. vorzunehmen. Details zur Umsetzung sieht der Beschluss derzeit leider nicht vor.

Fälligkeit der Einfuhrumsatzsteuer
Verschiebung auf den 26. des Folgemonats. 

Steuerlicher Verlustrücktrag
Erweiterung für die Jahre 2020 und 2021 auf maximal 5 Mio. Euro bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung). Der Rücktrag soll schon in der Steuererklärung 2019 nutzbar gemacht werden können. 

Degressive Abschreibung für Abnutzung (AfA)
Einführung einer degressiven Abschreibung für Abnutzung (AfA) mit dem Faktor 2,5 gegenüber der derzeit geltenden AfA und maximal 25% Prozent pro Jahr für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in den Steuerjahren 2020 und 2021.

Modernisierung des Körperschaftsteuerrechts
Umgesetzt werden soll dies u.a. durch ein Optionsmodell zur Körperschaftsteuer für Personengesellschaften mit Steuerbelastung von ca. 30% (Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer) anstatt der bisherigen tariflichen Einkommensteuer mit Spitzensteuersätzen bis zu ca. 45%.

Anhebung des Ermäßigungsfaktors der tariflichen Einkommensteuer bei Einkünften aus Gewerbebetrieb auf das Vierfache des Gewerbesteuer-Messbetrags.


Auslaufen der Corona-Soforthilfe 
In einem unserer letzten Newsletter hatten wir bereits darüber informiert, dass die Sofortmaßnahmen von Bund und Ländern zum 31.05.2020 kurzfristig endeten. Grund hierfür war die Auflage des künftigen Corona-Überbrückungshilfen-Programms.  
 
Neu: Corona-Überbrückungshilfe
Zur Sicherung der Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen wird für Corona-bedingten Umsatzausfall ein Programm mit direkten Zuschüssen aufgelegt. Die Überbrückungshilfe soll ein monatlicher Zuschuss zu den Fixkosten der Monate Juni bis August 2020 sein. Die Förderhöhe orientiert sich an den Umsatzrückgängen gegenüber dem Vorjahresmonat.

Die Überbrückungshilfe gilt branchenübergreifend, wobei den Besonderheiten der besonders betroffenen Branchen wie Hotel- und Gaststättengewerbe, Caterer, Kneipen, Clubs und Bars, als Sozialunternehmen geführte Übernachtungsstätten, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Reisebüros, Profisportvereinen der unteren Ligen, Schaustellern, Unternehmen der Veranstaltungslogistik sowie Unternehmen im Bereich um Messeveranstaltungen u.ä. Rechnung getragen werden soll.


Wer ist Antragsberechtigt?
Antragsberechtigt sind Soloselbständige und Unternehmen bis zu 249 Beschäftigten,

•    deren Umsätze „Corona-bedingt“ in den Monaten April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber
     April und Mai 2019 rückläufig gewesen sind
•    und deren Umsatzrückgänge in den Monaten Juni bis August 2020 um mindestens 50 % fortdauern.
•    Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November und
     Dezember 2019 heranzuziehen. 


Wie hoch ist die Förderung?
Die Höhe der Förderung richtet sich nach der Höhe des Umsatzrückgangs. Bei einem Umsatzrückgang von mindestens 50% gegenüber dem Vorjahresmonat werden bis zu 50 % der fixen Betriebskosten erstattet. Bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 % können bis zu 80 % der fixen Betriebskosten erstattet werden. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen. 
 

Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten.
 

Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 31.8.2020 und die Auszahlungsfristen am 30.11.2020. 


Weitere Hilfsmaßnahmen
•    Ausweitung der Kurzarbeitergeldregelungen auch nach dem 31.12.2020.
•    Einmaliger Kinderbonus von 300 Euro pro Kind für jedes kindergeldberechtigtes Kind. Dieser Bonus wird mit
     dem steuerlichen Kinderfreibetrag vergleichbar dem Kindergeld verrechnet. Er wird nicht auf die Grundsicherung
     angerechnet.
•    Auf zwei Jahre befristete Anhebung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende von derzeit 1.908 Euro auf
     4.008 Euro für die Jahre 2020 und 2021.
•    Prämien für Unternehmen, wenn die Anzahl der Ausbildungsplätze erhalten oder erhöht werden soll.
•    Förderung der E-Mobilität, Umweltprämien bei Austausch der Fahrzeugflotte durch klima- und umweltfreundliche
     Elektrofahrzeuge.
 

Sobald die gesetzlichen Vorgaben zur Umsetzung dieses umfassenden Konjunkturpakets und weitere Details hierzu bekannt sind, werden wir Sie wieder informieren.

Wir sind für Sie da, gerne unterstützen wir Sie und helfen Ihnen, die optimalen Hilfsmaßnahmen auszuwählen und zu ergreifen. 

Diese Informationen wurden erstellt mit Inhalten des Eckpunktepapiers des Koalitionsausschusses vom 03. Juni 2020. Nähere Informationen finden Sie unter folgenden weiterführenden Links:

Koalitionsausschuss beschließt Konjunkturpaket

Milliardenhilfen beschlossen