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Home-Office-Pauschale für Arbeitnehmer und Gewerbetreibende bzw. Selbständige

Nachdem aufgrund der Corona-Pandemie in 2020 viele Personen im Home-Office tätig waren und sich dies nach der seit dem 27.01.2021 geltenden Corona-Arbeitsschutzverordnung in 2021 zunächst nicht ändern wird, ist die mit dem Jahressteuergesetz 2020 eingeführte Home-Office-Pauschale für einen entsprechend großen Kreis eine Möglichkeit, die angefallenen Kosten im Rahmen eines Pauschalbetrags steuerlich zum Abzug zu bringen.
Es gilt aber auch einige Voraussetzungen und Einschränkungen zu beachten, die wir Ihnen in diesem Beitrag zusammengefasst darstellen möchten.

 

1.    Höhe:

  • Die Home-Office-Pauschale beträgt 5 € pro Tag und ist auf einen Maximalbetrag in Höhe von 600 € pro Person und Jahr begrenzt. Somit kann für maximal 120 Tage pro Jahr die Pauschale in Höhe von 5 € geltend gemacht werden.
     

2.    Voraussetzungen: 

  • Die Pauschale kann von Gewerbetreibenden bzw. Freiberuflern als auch von Arbeitnehmern geltend gemacht werden.
     
  • Die berufliche/betriebliche Tätigkeit muss an den betreffenden Tagen ausschließlich zu Hause ausgeübt worden sein. Für Tage, an denen teilweise im Home-Office und teilweise an einer außer Haus liegenden Tätigkeitsstätte gearbeitet wurde, kann keine Pauschale angesetzt werden.
     

3.    Einschränkungen:

  • Bei Arbeitnehmern ist der Werbungskostenpauschbetrag in Höhe von 1.000 € zu beachten. Dieser Betrag wird jedem Arbeitnehmer ohne Nachweise von den Einkünften abgezogen (maximal bis 0 €). Die Home-Office-Pauschale wirkt sich steuerlich somit erst aus, wenn durch weitere Werbungskosten der Betrag von 1.000 € pro Jahr überschritten wird.
     
  • Aufgrund der Einschränkung, dass die Tätigkeit an den jeweiligen Tagen ausschließlich zu Hause ausgeübt werden muss, können für diese Tage nicht gleichzeitig auch Reisekosten oder Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte geltend gemacht werden.
     
  • Sofern die steuerlichen Voraussetzungen eines häuslichen Arbeitszimmers vorliegen, kann die Home-Office-Pauschale nicht zusätzlich zu den im Rahmen des Arbeitszimmers geltend gemachten Betriebsausgaben oder Werbungskosten berücksichtigt werden. Es kann entschieden werden, welche Kosten angesetzt werden sollen, in der Regel dürften es die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer und nicht die Home-Office-Pauschale sein.
     
  • Es ist zu beachten, dass die Pauschale bei mehreren Tätigkeiten (z.B. Arbeitnehmer mit Nebengewerbe) aufzuteilen ist. Sie kann nicht pro Tätigkeit angesetzt werden. 
     

4.    Nachweise: 

  • Bezüglich der Nachweisführung liegen noch keine konkreten Aussagen der Finanzverwaltung vor. Arbeitnehmer werden sich wohl regelmäßig eine Arbeitgeberbestätigung geben lassen. Für Gewerbetreibende und Selbständige besteht diese Möglichkeit nicht. Alternative Nachweise könnten eventuell durch Zeitnachweise, Arbeitsergebnisse, Telefon-Verbindungsnachweise etc. erbracht werden. 

    Da die Regelung durchaus missbrauchsanfällig ist, wird sich zeigen müssen wie streng die Finanzverwaltung die Maßstäbe setzt.