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Nettolohnoptimierung durch pauschalbesteuerte Erholungsbeihilfe

Bei zusätzlichen Zuwendungen an Arbeitnehmer stellt sich regelmäßig die Frage, welche Möglichkeiten einer steueroptimierten Auszahlung bestehen. Neben den insgesamt steuerfreien Möglichkeiten (z.B. 44 €-Sachbezug, Überlassung Computer/Smartphones, Kinderbetreuungskosten etc.), gibt es auch Beträge, die mit vergleichsweise geringem Aufwand pauschalversteuert zugewendet werden können.

Eine solche Möglichkeit stellt die Erholungsbeihilfe dar. Im Rahmen der Höchstbeträge können die Zahlungen unter Abzug von 25% Pauschalsteuer + 5,5% Solidaritätszuschlag + ggf. Kirchensteuer erfolgen. Es ergibt sich keine Sozialversicherungspflicht.
 

Voraussetzungen:
Die Erholungsbeihilfe muss zusätzlich zum regulären Arbeitslohn gezahlt werden. Für den Nachweis, dass die Zahlung auch für Erholungszwecke erfolgt ist gibt es folgende Möglichkeiten:

  • Sofern die Auszahlung innerhalb von drei Monaten vor oder nach einem Erholungsurlaub von mindestens einer Woche erfolgt, kann nach herrschender Meinung von einer zweckgebundenen Verwendung ausgegangen werden. Nachweise sind dann grundsätzlich nicht erforderlich.
     
  • Alternativ oder zusätzlich können entsprechende Rechnungen des Arbeitnehmers vom Arbeitgeber vorgehalten werden. Dies können beispielsweise Belege für Hotelaufenthalte, Wellnessbehandlungen, Freizeitpark-/Schwimmbadbesuche etc. sein.

Es ist auch möglich, die Beihilfe direkt in Sachleistungen auszuzahlen. Eine solche könnte beispielsweise durch Übergabe von Eintrittskarten für einen Freizeitpark oder Gutscheine für Wellnessbehandlungen erfolgen.
 

Höchstbeträge:
Um die Erholungsbeihilfe steuerbegünstigt auszahlen zu können, müssen folgende Höchstbeträge pro Kalenderjahr beachtet werden:

  • 156 € für Arbeitnehmer
  • 104 € für Ehegatten des Arbeitnehmers
  •   52 € für jedes Kind

Es kann neben der Erholungsbeihilfe ein regulär besteuertes Urlaubsgeld ausbezahlt werden.


Steuerbelastung:
Die Erholungsbeihilfe kann wie folgt pauschalbesteuert werden:

  • 25% pauschalierte Lohnsteuer
  • 5,5% Solidaritätszuschlag auf die pauschalierte Lohnsteuer
  • ggf. Kirchensteuer

Wenn man als Beispiel einen konfessionslosen Arbeitnehmer mit Ehegatten sowie zwei Kindern heranzieht, ergibt sich ein möglicher Höchstbetrag in Höhe von 364 €. Für diesen Auszahlungsbetrag müsste der Arbeitgeber im Rahmen der pauschalbesteuerten Erholungsbeihilfe 460 € aufwenden. Somit kommen ca. 79% des Aufwands auch tatsächlich beim Arbeitnehmer an. Die abgeführte Pauschalsteuer stellt beim Arbeitgeber abzugsfähige Betriebsausgaben dar.

 

Abschließender Hinweis:
Grundsätzlich sollten zunächst immer die Möglichkeiten der steuerfreien Auszahlungsmöglichkeiten geprüft werden. Für das Jahr 2020 wurde hier beispielsweise durch den Corona-Bonus eine praktikable Möglichkeit geschaffen, allerdings ist diese auch nur auf das Jahr 2020 begrenzt. Mit der Erholungsbeihilfe kann, vergleichsweise unkompliziert, dauerhaft ein Vorteil für Arbeitnehmer und Arbeitgeber erzielt werden.


Bei Fragen können Sie uns gerne ansprechen.