#
#
#

Nichtbeanstandungsregelung zur Umstellung der Umsatzsteuersätze

Über die Absenkung der Umsatzsteuersätze für den Zeitraum vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 haben wir im Rahmen unseres Newsletters sowie unseres Corona-Blogs (Beiträge vom 18.06.2020 sowie vom 24.06.2020) bereits informiert. 


Das BMF hat das finale Anwendungsschreiben zur Senkung der Steuersätze mit Datum vom 30.06.2020 veröffentlicht. Eine wesentliche Neuerung ist die Nichtbeanstandungsregelung für Leistungsbeziehungen zwischen Unternehmen (B2B).


Sollte ein Unternehmen für eine Leistung, die nach dem 30.06.2020 und vor dem 01.08.2020 erbracht wird, die Umsatzsteuer mit den bisherigen Umsatzsteuersätzen (19% bzw. 7%) ermitteln und ausweisen, wird es von der Finanzverwaltung nicht beanstandet, wenn die Rechnung nicht korrigiert wird. Dem vorsteuerabzugsberechtigten Empfänger der Rechnung, wird der Vorsteuerabzug in voller Höhe gewährt. 


Eine solche Regelung wurde mehrfach gefordert, leider wurde sie aber nicht für den gesamten Zeitraum der Umsatzsteuersenkung formuliert. Somit muss darauf geachtet werden, dass spätestens für Leistungen ab dem 01.08.2020 eine Umstellung zu erfolgen hat. Sollte dann noch mit dem zu hohen Umsatzsteuersatz gearbeitet werden, schuldet der Rechnungsaussteller die zu hohe Umsatzsteuer. Der Rechnungsempfänger hat jedoch nur den Vorsteuerabzug in Höhe des korrekten Umsatzsteuersatzes. 


Aufgrund der zeitlichen Befristung der Regelung, empfehlen wir die Umstellung dennoch möglichst zeitnah vorzunehmen, um am 01.08.2020 keine Abgrenzungsprobleme mehr zu haben.