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Steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung

Das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung ist am 01.01.2020 in Kraft getreten. Von der Förderung sollen Forschungs- und Entwicklungsvorhaben (FuE-Vorhaben) in den Bereichen Grundlagenforschung, industrielle Forschung und experimentelle Entwicklung begünstigt sein. Sie kommt für Einzelunternehmen, Körperschaften und Personengesellschaften in Betracht, die Gewinneinkünfte erzielen und nicht von der Besteuerung befreit sind. Unternehmen in Schwierigkeiten sind nicht anspruchsberechtigt.
 

Voraussetzungen:

  • FuE-Vorhaben muss Grundlagenforschung, industrielle Forschung oder experimentelle Entwicklung betreffen. Eine Beschreibung dieser Bereiche findet sich im FAQ-Katalog der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ).
     
  • Forschungszulage kann nur für FuE-Vorhaben beantragt werden, mit denen nach Inkrafttreten des Gesetzes am 01.01.2020 begonnen wurde. Sie kann auch nach Beginn des Vorhabens noch beantragt werden.
     

Antragsverfahren:
Unternehmen, die von der Begünstigung profitieren möchten, müssen ein zweistufiges Antragsverfahren durchlaufen:

  1. Antrag auf FuE-Bescheinigung bei der Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ)
     
  2. Antrag auf Forschungszulage beim Finanzamt
     

Sofern die BSFZ nach Prüfung der Antragsunterlagen eine positive FuE-Bescheinigung erteilt, kann im Anschluss die Forschungszulage beim Finanzamt beantragt werden. Diese wird bei positiver Prüfung als Steuergutschrift gewährt.

Für den Antrag auf FuE-Bescheinigung müssen u.a. inhaltliche Angaben sowie Angaben zum zeitlichen, personellen und finanziellen Umfang des Projekts gemacht werden.

Der Verwaltungsaufwand ist nicht unerheblich, insbesondere aufgrund der umfangreichen Dokumentationspflichten.
 

Höhe der Forschungszulage:

  • 25% der Bemessungsgrundlage. Bemessungsgrundlage sind die förderfähigen Aufwendungen.
     
  • Grundsätzlich beträgt die maximale Bemessungsgrundlage 2 Mio. € pro Wirtschaftsjahr, für förderfähige Aufwendungen ab dem 01.07.2020 bis zum 30.06.2026 wurde sie auf 4 Mio. € erhöht. Somit kann für diesen Zeitraum eine Steuergutschrift in Höhe von bis zu 1.000.000 € pro Jahr erreicht werden.
     
  • Sofern die Forschungszulage die festgesetzte Steuer (ggf. nach Abzug von Vorauszahlungen und Anrechnungsbeträgen) übersteigt, wird diese ausgezahlt. Somit kann beispielsweise auch in Verlustjahren eine Förderung erfolgen. Die gewährte Forschungszulage unterliegt nicht der Besteuerung.
     

Förderfähige Aufwendungen:

  • Förderfähige Aufwendungen sind im Wesentlichen die Löhne und Gehälter der Personen, die an dem FuE-Vorhaben mitwirken. Steuerfreie Vergütungen und steuerfreie Sachbezüge sind nicht begünstigt. Personalaufwand für Mitarbeiter, die zwar am Projekt mitwirken aber selbst nicht direkt mit Forschung betraut sind (z.B. Bürosachbearbeiter, nicht selbst forschende Führungskräfte), ist nicht förderfähig. 
     
  • Eigenleistungen des Unternehmers können mit 40 € pro Arbeitsstunde angesetzt werden, sofern dieser selbst FuE-Tätigkeiten erbringt. Dies gilt auch für Mitunternehmer, wenn diese für entsprechende FuE-Tätigkeiten eine Tätigkeitsvergütung erhalten. Die Eigenleistungen sind auf 40 Wochenarbeitsstunden begrenzt. Es sind zudem die Grenzen der De-minimis-Verordnung zu beachten (innerhalb von drei Veranlagungszeiträumen max. 200.000 € Beihilfen pro Unternehmen).
     
  • Bei FuE-Vorhaben die an Dritte in Auftrag gegeben werden, sind 60% des gezahlten Entgelts förderfähig.


Abschließender Hinweis:
Für Unternehmen, die aktive Forschung und Entwicklung betreiben, stellt die Forschungszulage eine interessante Förderung dar. Die Regelungen und Vorgänge sind jedoch teilweise recht komplex und man sollte auf ausreichende sowie sorgfältige Dokumentation achten.

Bei Fragen können Sie uns gerne ansprechen.


Links:

Website Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ)

FAQ Bundesministerium der Finanzen

Info Bundesministerium für Bildung und Forschung