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Steuerlicher Investitionsanreiz: Degressive Abschreibung vorübergehend wieder eingeführt

Im Rahmen des Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz wurden diverse Konjunkturmaßnahmen umgesetzt. Eine Maßnahme des Pakets war die vorübergehende Wiedereinführung der degressiven Abschreibung. 

Hier die Übersicht zu den neu geschaffenen Abschreibungsmöglichkeiten:
 

  • Anwendbar ist die Regelung für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt wurden bzw. werden.

  • Es kann grundsätzlich das 2,5-fache der linearen Absetzung für Abnutzung (AfA) angesetzt werden, jedoch maximal 25% der Anschaffungs- oder Herstellungskosten im ersten Jahr bzw. maximal 25% des Restbuchwerts in den folgenden Jahren.

  • Die Regelung gilt nur für Gewinneinkünfte, also Wirtschaftsgüter des Betriebsvermögens. Sie kann bei Bilanzierung und Einnahmenüberschussrechnung angewendet werden. Für Wirtschaftsgüter die im Rahmen von Überschusseinkünften (z.B. Vermietung und Verpachtung) angeschafft werden, kann keine degressive Abschreibung vorgenommen werden.
     

Beispiel:

  • Anschaffungskosten (AK) Maschine        200.000 €

  • Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer (ND)    8 Jahre

  • Linearer AfA-Satz                    12,50%

  • Degressiver AfA-Satz (2,5 x 12,5%)        31,25%

  • Obergrenze AfA-Satz                25,00%

  • AfA im Erstjahr (25% v. AK)            50.000 €

  • AfA im Folgejahr (25% v. Rest-BW 150 T€)    37.500 €    

  • Jährliche Fortführung bis zum Wechsel auf lineare AfA (Rest-BW / Rest-ND)

     

Hinweise:

  • Es handelt sich um ein Wahlrecht. Es kann auch die lineare Abschreibung angewendet werden.

  • Im Abschreibungsverlauf muss irgendwann zur linearen Abschreibung übergegangen werden, da es sonst nie zu einer Abschreibung auf 0 € kommt. In der Regel erfolgt der Wechsel in dem Jahr, ab welchem die lineare Abschreibung höher ist als die degressive.

  • Es handelt sich um eine steuerliche Regelung (§ 7 Abs. 2 EStG). Handelsrechtlich muss gesondert geprüft werden, ob eine entsprechende degressive Abschreibungsmethode darstellbar ist. Zu berücksichtigen sind insbesondere die wirtschaftlichen und betriebsindividuellen Gegebenheiten sowie der Grundsatz der Stetigkeit.