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Vorsicht bei (Schein-)Rechnungen nach Eintragungen im Handelsregister

Das deutsche Handelsregister ist ein öffentliches Verzeichnis, in welchem diverse Informationen zu den eingetragenen Unternehmen ersichtlich sind. Regelmäßig müssen diese Eintragungen aktualisiert werden, da gewisse Angaben verpflichtend vorzunehmen sind. Dies kann beispielsweise die Änderung des Unternehmenssitzes oder Veränderungen in der Geschäftsführung sein. Die Anmeldungen erfolgen über ein Notariat, welches diese an das zuständige Registergericht weitergibt. In diesem Zuge entstehen auch Kosten. Einerseits von Seiten des Notars sowie zusätzlich von der zuständigen Einrichtung, welche die Eintragung vornimmt. In Baden-Württemberg ist dies die Landesoberkasse (LOK) Baden-Württemberg in Karlsruhe bzw. die Außenstelle in Metzingen.

Es gibt inzwischen zahlreiche Unternehmen, die versuchen sich in diesem Zuge zu bereichern. Je nach Ausgestaltung liegen diese Methoden im grenzwertigen jedoch legalen (z.B. Eintragung in ein tatsächlich vorhandenes, aber nicht verpflichtendes Register, welches keine praktische Bedeutung hat) aber auch im illegalen Bereich. Es wird sich zu Nutze gemacht, dass insbesondere über das Internet die Handelsregisterbekanntmachungen einsehbar sind. Erfolgen solche Bekanntmachungen, werden den entsprechenden Unternehmen zeitnah Schreiben zugestellt, in denen eine Zahlungsaufforderung enthalten ist. Teilweise liegen nicht offensichtliche Vertragsangebote vor oder den Schreiben wird ein derart amtlicher Charakter verliehen, dass man ohne genaueres Hinsehen davon ausgeht, es liege eine Rechnung der Gerichtskasse für die Eintragung vor.

Bei Rechnungen, die im Anschluss an Handelsregistereintragungen ergehen, bitte folgende Punkte beachten:
 

  • Sie erhalten eine Rechnung vom Notariat sowie eine Rechnung der Landesoberkasse für die Eintragung. Nur diese Rechnungen müssen bezahlt werden. Bei allen weiteren Rechnungen ist Vorsicht geboten.

  • Oftmals wird ein sehr kurzes Zahlungsziel (z.B. „Zahlbar binnen 3 Werktagen nach Erhalt“) angegeben. Dies erhöht den Druck gegebenenfalls zu bezahlen, bevor die Rechnung richtig geprüft wurde.

  • Die Schreiben werden beispielsweise mit dem Bundesadler versehen und im Briefkopf wird das „Amtsgericht“ einer beliebigen Stadt angegeben, um einen amtlichen und offiziellen Charakter zu erzeugen. Auch ansonsten wirken die Schreiben sehr professionell mit allen Angaben, die man auf einer korrekten Rechnung auch erwarten würde.
     

Die Methoden sind nicht neu aber im Alltag werden nach wie vor, in Unkenntnis oder aus Unachtsamkeit solche Rechnungen bezahlt. Wird versehentlich eine solche Fake-Rechnung bezahlt, besteht erfahrungsgemäß kaum Aussicht auf Erfolg, diese Beträge zurückzubekommen. Aus diesem Grund sollten die eingehenden Rechnungen sehr sorgfältig geprüft werden. 

Sprechen Sie uns im Zweifelsfall gerne an.