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KfW-Schnellkredit für den Mittelstand

Bundesregierung beschließt weitergehenden KfW-Schnellkredit für den Mittelstand

Angesichts der Herausforderungen der Corona-Krise spannt die Bundesregierung einen weiteren umfassenden Schutzschirm für den Mittelstand. Die neuen KfW-Schnellkredite wenden sich an kleinere und mittlere Firmen und Betriebe, die jetzt sehr rasche Unterstützung benötigen und stellen auf andere Bedingungen ab als die anderen Hilfen der Bundesregierung, die natürlich fortbestehen.


Kredite der KfW und von Förderbanken werden üblicherweise nach bestimmten Kreditvergabekriterien im Hausbankverfahren an Unternehmen ausgereicht. Die Hausbank beurteilt hierbei die Kreditwürdigkeit des Antragstellers.  
Zur Beschleunigung der Kreditvergabe war für die Corona-Förderkredite eine Haftungsfreistellung der Banken in Höhe von 80% bis 90% des Kreditbetrages eingeführt worden. Trotz dieser Bürgschaftsübernahme wurden in den vergangenen Tagen Kreditanträge durch die Hausbanken zum Teil abgelehnt, weil auf Basis der Daten des Jahres 2019 eine Kreditrückzahlung durch die Unternehmen nicht sichergestellt war, sie insofern als nicht kreditwürdig eingestuft wurden. 
Als Reaktion hierauf und auf Basis des am 03.04.2020 von der EU-Kommission veröffentlichten angepassten Beihilfenrahmens (sog. Temporary Framework) führt die Bundesregierung nun umfassende KfW-Schnellkredite für den Mittelstand ein. Diese sehen eine Bürgschaftsübernahme bis zu 100% vor.


Die KfW-Schnellkredite für den Mittelstand umfassen im Kern folgende Maßnahmen

Unter der Voraussetzung, dass ein mittelständisches Unternehmen im Jahr 2019 oder im Durchschnitt der letzten drei Jahre einen Gewinn ausgewiesen hat, soll ein „Sofortkredit“ mit folgenden Eckpunkten gewährt werden:

  • Der Schnellkredit steht mittelständischen Unternehmen mit mehr als 10 Beschäftigten zur Verfügung, die mindestens seit 1. Januar 2019 am Markt aktiv gewesen sind.

  • Das Kreditvolumen pro Unternehmen beträgt bis zu 3 Monatsumsätzen des Jahres 2019, maximal 800.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl über 50 Mitarbeitern, maximal 500.000 Euro für Unternehmen mit einer Beschäftigtenzahl von bis zu 50 Mitarbeitern.

  • Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein und muss zu diesem Zeitpunkt geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen. Es ist geplant, dass im Rahmen der Antragstellung zu bestätigen ist, dass zum Stichtag 31. Dezember 2019 keine ungeregelten Zahlungsrückstände von mehr als 30 Tagen vorlagen und dass keine Verpflichtung zur Beantragung eines Insolvenzverfahrens vorlag.

  • Zinssatz in Höhe von aktuell 3% mit Laufzeit 10 Jahre.
     
  • Die Bank erhält eine Haftungsfreistellung in Höhe von 100% durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes.

  • Die Kreditbewilligung erfolgt ohne weitere Kreditrisikoprüfung durch die Bank oder die KfW. Hierdurch kann der Kredit schnell bewilligt werden.


Hinweise:

Der KfW-Schnellkredit kann nicht mit anderen KfW Krediten kombiniert werden. Sollen weitere KfW-Kredite in Anspruch genommen werden, kann der Schnellkredit als Überbrückungshilfe genutzt werden, müsste also im Zusammenhang mit der Aufnahme eines KfW-Sonderkredits ohne Vorfälligkeitsentschädigung zurückgeführt werden. Die Mittel dürfen zur Finanzierung des laufenden Betriebs oder auch für Investitionen genutzt werden.  Die Umschuldung bestehender Darlehen ist explizit ausgeschlossen.  Während der Laufzeit des Kredits sind Gewinn- und Dividendenausschüttungen nicht erlaubt.
 

Beantragung KfW-Schnellkredit


Quellen:

Gemeinsame Presseerklärung: Bundesregierung beschließt weitergehenden KfW-Schnellkredit für den Mittelstand

BMWi: Bundesregierung beschließt weitergehenden KfW-Schnellkredit für den Mittelstand

Handelsblatt: So kommen Unternehmen an den KfW-Schnellkredit