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Kündigung bei Verstoß gegen Alkoholverbot - Abmahnungserfordernis

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber vor Ausspruch einer verhaltensbedingten Kündigung (zumindest) eine Abmahnung auszusprechen. Im Ausnahmefall kann eine Abmahnung entbehrlich sein, wenn die die Kündigung auslösende Tat so schwerwiegend ist, dass unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalles nicht davon auszugehen ist, der Arbeitnehmer werde die Tat nicht nochmals begehen.

Das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg hat in einer aktuellen Entscheidung (Urteil vom 02.05.2017 – 11 Sa 2062/16) diese Grundsätze bestätigt und eine Kündigung des Arbeitgebers deswegen für unwirksam erachtet.
 
In dem zugrundeliegenden Fall lag ein Verstoß gegen ein striktes Alkoholverbot vor. Der Arbeitnehmer hatte zusätzlich den Verstoß vorsätzlich geleugnet und auch seine Pausenzeiten um 20 Minuten überschritten.
 
Das Landesarbeitsgericht war der Auffassung, insbesondere aufgrund der 32-jährigen Betriebszugehörigkeit des Arbeitnehmers hätte eine Abmahnung zuvor ausgesprochen werden müssen. Somit sei die Kündigung unverhältnismäßig.

 

Ihr Ansprechpartner:

Joachim Gunzenhauser
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht
joachim.gunzenhauser@lfkvs.de